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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Müssen Feuerlöscher im privaten Bereich auch regelmäßig geprüft werden?

Wenn der Feuerlöscher aufgrund einer Rechtsgrundlage gefordert wurde muss er auch regelmäßig (spätestens alle 2 Jahre oder nach jedem Gebrauch) durch Sachkundige geprüft und instandgesetzt werden.

Zum Beispiel gab es in Nordrhein-Westfalen in früheren Bauordnungen die Forderung dass vor Heizöl-Lagerräumen im Keller ein Pulverlöscher vorhanden sein musste. Auch wenn man in der aktuell gültigen Bauordnung diese Vorschrift nicht mehr findet gilt für alle Gebäude immer das Baurecht vom Zeitpunkt der Errichtung. Also muss in Gebäuden in denen früher ein Feuerlöscher Pflicht war, dieser Löscher auch weiterhin geprüft werden.

Alle freiwillig angeschafften Feuerlöscher sollten auch im Hinblick auf die eigene Sicherheit in den oben genannten Zeitabständen freiwillig geprüft werden damit die unter Druck stehenden (Dauerdrucklöscher) oder im Fall der Benutzung mit Druck aufgeladenen Löschmittelbehälter (Aufladelöscher) nicht zum Sicherheitsrisiko werden. Es wäre ja auch inkonsequent sich einen Feuerlöscher zur Erhöhung der Brandsicherheit anzuschaffen und dann aus Gründen der Sparsamkeit die Wartung zu vernachlässigen.

Gibt es Feuerlöscher die von der zweijährigen Prüfpflicht ausgenommen sind

Die regelmäßige zweijährige Prüfpflicht gilt für alle Feuerlöscher mit Stahlbehältern, also für alle Löscher deren Löschmittelinhalt in Behältern aus Stahl unter Druck steht oder unter Druck gesetzt wird um den Löschvorgang zu ermöglichen.

Mittlerweile gibt es Feuerlöscher auf dem Markt die einen Löschmittelbehälter aus Verbundkunststoffen verwenden. Bei diesen Löschern beschränkt sich die Wartung auf eine jährliche Sichtprüfung die der Betreiber selbst durchführen kann und auf dem Gerät dokumentieren muss. Die Prüfung beinhaltet nur eine Sichtkontrolle (Druck laut Manometer ausreichend, keine äußerlichen Schäden an Behälter, Schlauch und Löschpistole). 

Nach 10 Jahren müssen die Geräte zum Hersteller zurückgeschickt werden und können für dort weitere 10 Jahre mit jährlicher Eigenkontrolle frei gegeben werden.

Welche Betriebe müssen Mitarbeiter als Brandschutzhelfer ausbilden?

Gemäß Arbeitsschutzgesetz muss jeder Inhaber eines Betriebes sein Personal als Brandschutzhelfer ausbilden lassen. In Betrieben ohne besondere Brandgefahren gilt es als ausreichend, 5 % der Mitarbeitenden entsprechend zu schulen damit jederzeit ausreichend geschultes Personal vor Ort ist. Bei Kleinbetrieben müssen also mindestens 2 Personen diese Ausbildung erhalten weil durch Ausfall eines Mitarbeitenden durch Urlaub oder Krankheit nicht die Situation entstehen darf dass keiner in der Lage ist, in einem Brandfall zielgerichtet zu handeln.

Bei Kleinstbetrieben (zum Beispiel Selbstständige die kein Personal beschäftigen) reicht es aus, wenn der Betriebsinhaber selbst die Ausbildung zum Brandschutzhelfer absolviert.

Wie häufig müssen Mitarbeitende im Brandschutz unterwiesen werden?

Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses und danach regelmäßig einmal jährlich ist das Personal zum Thema Verhalten im Brandfall zu unterweisen. Dabei muss besonders auf die vorhandenen Brandschutzeinrichtungen des jeweiligen Betriebes hingewiesen werden. Diese Schulungen sind zu dokumentieren. Ausgebildete Brandschutzhelfer sollen im Abstand von 2 bis 3 Jahren an Brandschutzausbildungen mit praktischem Einsatz von Feuerlöschern teilnehmen.

Räumungs- und Evakuierungsübungen sind in jedem Betrieb mindestens einmal jährlich durchzuführen und zu dokumentieren.

Darf in Mehrfamilienhäusern die Haustür nachts abgeschlossen werden?

Das Abschließen der Haustür in Mehrfamilienwohnhäusern kann im Brandfall das rechtzeitige Verlassen des Gebäudes verzögern und ist nur dann zulässig, wenn durch ein Anti-Panikschloss gewährleistet ist dass man auch bei verschlossener Tür von innen jederzeit durch Drücken der Klinke die Verriegelung öffnen und das Haus verlassen kann.

Dürfen Kinderwagen in Treppenhäusern abgestellt werden?

Treppenräume gelten als Rettungswege in denen gemäß Baurecht keinerlei Lagerung zulässig ist. Nicht einmal der Einbau von brennbaren Materialien (z. B. Holzvertäfelungen an den Wänden) ist dort zulässig. Ausnahme: Bodenbeläge und Bauteile wie z. B. Handläufe von Treppengeländern die schwer entflammbar (Brandschutzklasse B1) sind. Die Bauordnungen aller Bundesländer verbieten ausdrücklich brennbares Material aller Art (im Fachjargon "Brandlast") in Treppenräumen.

Schuhregale vor den Wohnungseingängen oder lebende Pflanzen auf Treppenabsätzen sind ebenso unzulässig wie das abstellen von Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen.

Was darf in Tiefgaragen gelagert werden?

Für Garagen (Mittelgaragen und Großgaragen, auch Tiefgaragen) gelten die Bauvorschriften der Bundesländer, also die jeweiligen Garagenverordnungen. Dort ist festgeschrieben dass diese Gebäude nur zum abstellen von Fahrzeugen genutzt werden dürfen. Eine Lagerung von brennbarem Material außerhalb von Fahrzeugen ist dort generell unzulässig. 

Das führt zu der absurden Situation, dass die Lagerung der 4 Winterreifen auf dem Stellplatz vor dem Auto verboten ist. Steht aber auf einem der Stellplätze ein (auch nicht zugelassener) Anhänger in dem alle Mieter ihre Winterräder einlagern ist das rechtlich nicht zu beanstanden denn die Lagerung findet ja nicht außerhalb sondern in einem Fahrzeug statt.

Brandschutz: Was ist beim Ausbau von Dachgeschossen zu beachten?

Häufig werden bislang ungenutzte Dachböden zu Kinder- oder Gästezimmern ausgebaut, ohne dass dafür ein Bauantrag gestellt wird. Solch eine Baumaßnahme (landläufig als "Schwarzbau" bezeichnet) birgt ein großes persönliches Risiko für den Bauherren. Wichtige Punkte wie 2. Rettungsweg / Fenstergröße, Erreichbarkeit durch die Feuerwehr, Feuerwiderstand der Geschossdecken u. a. m. werden nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. In einem Schadenfall führt das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur zu Problemen mit der Versicherung sondern kann auch juristisch drastische Folgen nach sich ziehen.

Warum ist die Wartung von Feuerlöschern so teuer?

Feuerlöscher arbeiten mit einem Betriebsdruck von etwa 15 bar. Wenn solch ein unter Druck stehender Behälter plötzlich platzt birgt das ein hohes Verletzungsrisiko.

Deshalb schreiben die Hersteller dieser Geräte in ihren Prüf-und Füllvorschriften detailliert vor, welche Arbeitsschritte durchzuführen sind. In der Regel muss der Behälter entleert und von innen auf Roststellen kontrolliert werden, zusätzlich werden Ventile, Schläuche und Dichtungen geprüft und ggf. ersetzt. Diese Arbeiten können von Sachkundigen mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung durchaus beim Kunden oder im Fahrzeug des Kundendienstes durchgeführt werden. Allerdings erfordert eine ordnungsgemäße Wartung auch einen entsprechenden Zeitaufwand (min. 20 - 30 Minuten pro Gerät). Der Preis für diese Leistung plus evtl. Anfahrt wird also auch berechnet. Daraus resultiert oft ein Rechnungsbetrag der höher ist, als wenn man einen preiswerten Pulver-Dauerdrucklöscher im Baumarkt neu erwirbt. 

Wer den Gedanken an Umweltschutz hinten anstellt und die Nachteile des sehr umstrittenen Löschmittels Pulver in Kauf nimmt könnte sich auch alle zwei Jahre einen neuen billigen Feuerlöscher kaufen und brauchte kein Geld in Prüfungen zu investieren.

Was sind die häufigsten Brandursachen im privaten Bereich?

Seit Jahren stehen durch Elektrogeräte verursachte Brände in der Brandschadenstatistik sehr weit oben. Wohnungsbrände werden demnach häufiger durch technische Defekte verursacht als durch unsachgemäßen Umgang mit offenem Feuer.

Wäschetrockner, Mikrowellengeräte, Ladegeräte von Mobiltelefonen, E-Bikes, Hooverboards usw. werden oft als Brandursache ermittelt. Bedienungsfehler wie unregelmäßige Reinigung der Flusensiebe bei Wäschetrocknern oder das Erwärmen von Körnerkissen in der Mikrowelle kommen dabei genauso in Betracht wie die Überhitzung von Akkus während des Ladevorgangs oder die Überlastung von Mehrfachsteckdosen beim Betrieb von Haushaltsgeräten.

Tipp: Es ist generell sinnvoll, Ladegeräte auf nicht brennbaren Unterlagen (z. B. einer Keramikfliese) zu positionieren und Akkus nicht unbeaufsichtigt zu laden.

Wie werden Feuerlöscher richtig bedient?

Obwohl es nur weniger Handgriffe bedarf, um einen Feuerlöscher in Betrieb zu nehmen ist es erstaunlich, wie groß die Unsicherheit in weiten Teilen der Bevölkerung ist. 

Auf jedem in Deutschland zum Verkauf zugelassenen Feuerlöscher steht die Bedienungsanleitung auf dem Etikett aufgedruckt - in Stichworten und wird zusätzlich in Form von Piktogrammen abgebildet.

Jeder sollte sich den nächsten in seinem Umfeld vorhandenen Feuerlöscher einmal aus der Nähe ansehen bevor der Ernstfall eintritt. Die Beschriftung des Löschgerätes gibt nicht nur Auskunft darüber, wie es in Betrieb genommen wird sondern enthält auch weitere wichtige Angaben:

  • Welches Löschmittel enthält der Löscher (Wasser, Schaum, Pulver, CO2?)
  • Für welche Brandklassen ist er geeignet?
  • Steht er schon unter Druck (Dauerdrucklöscher) oder muss er vor Benutzung mit Druck aufgeladen werden (Aufladelöscher)?
  • Art und Menge des Treibmittels

Die Reste der Löschmittel Wasser und Schaum können anschließend mit wenig Aufwand aufgenommen werden. Löscht man dagegen mit Pulver verteilt sich das Löschmittel auf alle angrenzenden Bereiche und erfordert einen riesigen Reinigungsaufwand. CO2 ist das sauberste aller Löschmittel und hinterlässt keinerlei Rückstände, hat aber nur die Zulassung für die Brandklasse B (brennbare Flüssigkeiten und flüssig werdende Stoffe).

Dauerdrucklöscher haben oft ein Manometer im Bereich des Auslösehebels. Solange der Zeiger im grünen Bereich ist signalisiert das ausreichenden Druck und der Löscher ist betriebsbereit. Ist der Zeiger des Manometers in den roten Bereich abgesunken muss der Feuerlöscher überprüft werden. Ein ganz sicherer Hinweis auf einen dauernd unter Druck stehenden Löscher ist die Angabe des Treibmittels: Dauerdrucklöscher werden im Herstellerwerk mit Stickstoff (N2) auf ihren Betriebsdruck von ca. 15 bar gebracht.

Aufladelöscher haben generell kein Manometer weil sie im unbenutzten Zustand nicht unter Druck stehen. Will man sie in Betrieb nehmen wird durch das Betätigen eines Schlagknopfes oder kurzes Drücken des Auslösehebels eine CO2-Druckgaspatrone im Inneren des Löschers geöffnet und setzt das Gerät erst dann unter Druck, wenn es benötigt wird. Ist also als Treibmittel Kohlendioxid (CO2) angegeben handelt es sich mit Sicherheit um einen Aufladelöscher.

CO2-Löscher sind immer Dauerdrucklöscher weil sie komplett mit unter Druck verflüssigtem Kohlendioxid gefüllt sind, welches beim Einsatz zum Teil als Gaswolke, zum Teil auch als CO2-Schnee (Trockeneis) freigesetzt wird.

Achtung, nicht auf ungeschützte Hautpartien richten - die extrem niedrige Temperatur von etwa -70 Grad Celsius verursacht verbrennungsähnliche Verletzungen.

Dennoch besteht die Hauptlöschwirkung des CO2 nicht im Kühleffekt sondern in der Verdrängung von Sauerstoff. Deshalb soll es nicht in engen schlecht belüfteten Räumen eingesetzt werden.

Hinweis zur richtigen Löschtaktik: Stoßweises Betätigen des Feuerlöschers empfiehlt sich nur bei Pulverlöschern. Durch die enorme Sichtbehinderung wenn die Pulverwolke mit ca. 15 bar Druck freigesetzt wird ist es sinnvoll, nur kurz (wenige Sekunden) auf den Auslösehebel zu drücken und zu schauen, ob noch Flammen erkennbar sind. Pulver wirkt direkt auf die chemischen Abläufe einer Verbrennung ein und lässt die Flammen sehr schnell verlöschen. Weil es aber keine Abkühlung bewirkt (anders als Wasser oder Schaum) kann das Feuer nach kurzer Zeit in Teilbereichen wieder aufflammen. Dann muss erneut mit Pulver nachgelöscht werden.

Bei allen anderen Feuerlöschern (Wasser-, Schaum- und CO2-Löscher) soll kontinuierlich gelöscht werden bis das Feuer aus oder der Löscher leer ist.

Ein Herstellerneutrales Video der Stiftung Warentest zum Thema finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=A8Fh8jdcvjg

Was versteht man unter dem 1. und 2. Rettungsweg?

Der Gesetzgeber verlangt gemäß Bauordnung der Länder für alle Aufenthaltsräume (= Räume in denen sich Personen länger als nur vorübergehend aufhalten) den Nachweis eines sicheren Rettungsweges. Dabei ist der 1. Rettungsweg der normale Ausgang / Zugang über Wohnungsflur und Treppenraum zur Hauseingangstür. Sollte dieser 1. Rettungsweg nicht benutzbar sein weil er z. B. durch Brandrauch blockiert ist, muss pro Nutzungseinheit und pro Geschoss je mindestens ein 2. Rettungsweg zur Verfügung stehen. In privaten Wohnungen ist das in aller Regel ein öffenbares Fenster in der festgelegten Mindestgröße (in NRW 0,90 m breit x 1,20 m hoch), welches mit Leitern der Feuerwehr erreichbar ist. Bis zum 2. OG reichen dafür die tragbaren Leitern der Feuerwehr aus, bei Gebäuden mit mehr als 2 Obergeschossen muss die Erreichbarkeit der Fenster mit einer Kraftfahrdrehleiter gegeben sein. Dazu sind ggf. Feuerwehrzufahrten erforderlich. Mit Drehleitern erreicht die Feuerwehr maximal Fenster im 7. OG. Gebäude die mehr als 7 Geschosse mit Aufenthalträumen aufweisen gelten als Hochhäuser und müssen zur Sicherstellung des 2. Rettungsweges über einen 2. Treppenraum (oder einen Sicherheitstreppenraum) verfügen.

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